Akademisierung Pflege: Die seltsamen Wandlungen des Herrn Spahn

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Akademisierung in der Pflege: Die seltsamen Wandlungen des Herrn Spahn - Pflege Liebe Zeitschrift

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wendet sich in einem Interview mit dem Deutschlandfunk gegen die weitere Akademisierung der Pflegeberufe.

Im Jahr 2014 sagte Spahn in Berlin in einem Gespräch mit Professor Dr. Anna Friedrichs, der Präsidentin der Hochschule für Gesundheit in Bochum sowie weiteren Pflegeexperten genau das Gegenteil.

Was sind die Gründe für Spahns Sinneswandel?

Akademisierung der Pflege als Antwort auf zunehmende Qualitätsanforderungen

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich im Rahmen des Interviews mit dem Deutschlandfunk auf dem Katholikentag in Münster gegen die weitere Akademisierung der Pflegeberufe ausgesprochen.

Stattdessen will er die Pflegeberufe als herkömmliche Ausbildungsberufe erhalten.

Spahn fügte an, dass auch Hauptschüler und Realschüler weiterhin Zugang zu den Pflegeberufen haben sollten.

Lediglich für weitergehende Fortbildung sei die Absolvierung eines Pflegestudiengangs sinnvoll, so der Gesundheitsminister.

Die US-amerikanische Pflegewissenschaftlerin Linda Aiken von der University of Pennsylvania in Philadelphia/USA hatte in einer im Jahr 2017 publizierten Studie genau das Gegenteil herausgefunden.

Die Studie ergab, dass mit zunehmender Qualifizierung der Pflegekräfte die Patientenzufriedenheit, die subjektive Behandlungssicherheit, die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten deutlich anstiegen und die Mortalitätsrate der Patienten sank.

Jens Spahn im Juni 2014: Akademisierung der Pfleger ausbauen

In einem Gespräch über die Akademisierung der Pflege mit dem damaligen Bundestagsabgeordneten und gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-CSU Bundestagsfraktion und Mitglied im Gesundheitsausschuss im Deutschen Bundestag, Jens Spahn, in Berlin mit Professor Dr. Anna Friedrichs, der Präsidentin der Hochschule für Gesundheit in Bochum und weiteren renommierten Pflegeexperten am 25. Juni 2014 sprach sich Spahn noch deutlich für einen Ausbau der Akademisierung der Pflegeberufe aus.

Spahn selbst war einer der Initiatoren der damaligen Bundesratsinitiative das Gesetz zur Einführung von Rahmenbedingungen auf akademischem Niveau, im Sinne von Modellklauseln voranzutreiben.

Damals lobte Friedrichs Jens Spahn für sein Engagement die Akademisierung der Gesundheitsberufe voranzutreiben.

Spahn als Gesundheitsminister: warum der Sinneswandel?

Spahn war damals nicht in der politischen Position eines Ministers und konnte sich deshalb als Unterstützer der Pflegelobby profilieren.

Als Gesundheitsminister scheint Jens Spahn aber eher der Krankenhauslobby und damit dem Gebot der billigen Arbeitskraft in der Pflege verbunden zu sein.

Denn mit zunehmender Akademisierung tritt auch eine Emanzipation gegenüber den Ärzten ein.

Hier scheint der Bundesgesundheitsminister dem Druck der Ärztelobby und hier insbesondere dem Marburger Bund nachzugeben.

Wie so oft spielen nun Kostenfaktoren eine Rolle und die schönen huldigungsvollen Wortlaute aus dem Jahr 2014 sind Makulatur.

Allerdings sollten Medien zukünftig kritisch auf die Worte des Gesundheitsministers achten und diese insbesondere an seinen früheren Aussagen messen.

Das Beispiel der Akademisierung der Pflege kann hierbei als Vorbild herhalten.

Die Glaubwürdigkeit von Spahn ist dieses Beispiel indes alles andere als zuträglich.[wysija_form id=“1″]

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