Demenz

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Demenz - Dementia - Pflege Liebe Zeitschrift

Demenz – thematisiert wie kaum andere Krankheitsbilder

Demenz – Bei Alterspflege denken die meisten Menschen sofort an demenzkranke, alte Menschen.

In der Tat steht kaum ein anderes, mit dem Alter einhergehende Krankheitsbild dermaßen im Fokus wie eben die Demenz.

Demenz - Dementia - Pflege Liebe Zeitschrift
Demenz – Dementia – Pflege Liebe Zeitschrift

Oft wird dabei nur über Parkinson oder Alzheimer diskutiert, dann ist plötzlich wieder von Altersdemenz die Rede.

Der Knackpunkt ist, solange man keinen Betroffenen im eigenen Umfeld hat, verwirren viele Diskussionen nur noch mehr, weil sie mit zahlreichen Fachausdrücken hantieren und doch ein relativ tiefes Fachwissen voraussetzen.

Ob nun Talkshows im TV, Nachrichten aus der Medizin oder selbst politischer Alltag mit Schwerpunkt gesundheitsrelevanter Fragen – kaum ein Lebensbereich, in dem die Demenz heute nicht stark thematisiert wird.

Dabei werden jedoch immer so viele Begriffe verwendet, dass viele Menschen schnell die Übersicht verlieren und überhaupt nicht mehr verstehen, was nun eigentlich gemeint ist.

Bevor wir also die Frage klären, weshalb die Demenz heute solch ein weitreichendes Gesellschaftsthema ist, zunächst die Definition und Ableitungen zu Demenz.

Definition Demenz

Der Begriff „Demenz“ leitet sich aus der lateinischen Sparache ab.

„De“ bedeutet so viel wie abnehmend, „Mens“ bezeichnet den Verstand.

Auch „ohne Geist“ oder „geistlos“ wären zutreffende Definitionen.

Die Demenz selbst beschreibt dabei ein Krankheitsbild, bei dem wichtige und unterschiedliche Fähigkeiten in einem schleichenden Prozess verloren gehen:

  • emotionale Fähigkeiten
  • kognitive Fähigkeiten
  • soziale Fähigkeiten

Mögliche Symptome einer Altersdemenz

In besonderem Maße ist dabei das Kurzzeitgedächtnis betroffen.

Mit fortschreitendem Krankheitsverlauf kann der Betroffene aber irgendwann auch auf etwas länger zurückliegende Erinnerungen nicht mehr zurückgreifen.

Daneben kann sich auch ein Defizit beim Denkvermögen im Allgemeinen einstellen.

Je nach Ausprägung der Demenz sind zudem Motorik und Sprachsteuerung ebenfalls betroffen – entweder im Verlauf der Erkrankung oder als Begleiterscheinung.

Mit steigendem Alter wächst das Risiko einer Demenz

Die Demenz selbst ist keine Krankheit, die zum Tode führt.

Allerdings schafft sie „bessere“ Voraussetzungen für andere Krankheiten, die dann zum Tod führen können.

Da die Demenz hauptsächlich bei Menschen ab dem 60. Lebenjahr diagnostiziert wird, spricht man auch von der „Altersdemenz“.

Das Risiko einer solchen Gehirnerkrankung steigt mit zunehmendem Lebensalter:

  • 60 bis 69 Jahre: 1,2 Prozent
  • 70 bis 74 Jahre: 2,8 Prozent
  • 75 bis 79 Jahre: 6,0 Prozent
  • 80 bis 84 Jahre: 13,3 Prozent
  • 85 bis 89 Jahre: 23,9 Prozent
  • ab 90 Jahre: 34,6 Prozent

Dementia – Die Dunkelziffer

Allerdings ist davon auszugehen, dass zahlreiche Fälle von Demenz überhaupt nicht diagnostiziert werden.

Einerseits können Menschen mit einer starken, selbstbewussten Fassade insbesondere das Versagen des Kurzzeitgedächtnisses bis zu einem bestimmten grad gut kaschieren, andererseits sterben auch genügend Demenz-Patienten, bevor die Krankheit ein fortgeschrittenes Stadium erreichte.

Was ist nun eine Demenz?

Demenz - Pflege Liebe Zeitschrift
Demenz – Pflege Liebe Zeitschrift

Eine Demenz beschreibt unterschiedliche Krankheitsbilder einer Gehirnerkrankung.

Als Laie können Sie den Begriff am besten als Oberbegriff wie beispielsweise einer „Erkältung“ fassen.

Diese zeigt dann auch die unterschiedlichsten Symptome von Gelenkschmerzen über Fieber und Kopfschmerzen bis hin zu Schnupfen, Müdigkeit oder Husten.

Je nachdem unterscheidet beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Neurologie den Ursprung in degenerative und vaskuläre Demenzen.

Vaskuläre Demenzen beginnen demnach mit einer Gefäßerkrankung, degenerative Demenzen mit Funktionseinschränkungen.

Daneben gibt es auch Mischformen aus beiden Bereichen.

Degenerative Demenzen:

  • Lewy-Körperchen-Demenz (auch Lewy-Body-Demenz)
  • Morbus Alzheimer
  • Frontotemporale Demenz

Vaskuläre Formen der Demenz:

  • Mikrogefäßveränderungen wie die Blut-Hirn-Schranken-Störung
  • genetische Grunderkrankungen wie CADASIL oder HERNS-Syndrom
  • strategischer Insult mit kognitiven Verschlechterungen durch ein kleines Läsionsvolumen
  • mikroangiopathische Läsionen wie SVE oder multilakunäres Syndrom

Daneben gibt es noch ein weltweit gültiges Klassifizierungssystem:

ICD (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme).

Aktuell (seit 2004) ist die ICD-10-Klassifizierung hierzulande gültig.

Danach werden die Demenzen wieder etwas anders unterteilt:

  • vaskuläre Demenzen
  • sekundäre Demenzen
  • Demenz durch Alzheimer

Bei den sekundären Demenzen handelt es sich um bei anderen klassifizierten Krankheiten danach untergeordnete Demenzen.

Dazu gehören die folgenden Demenzerkrankungen:

  • Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
  • Parkinson (primär)
  • bei HIV
  • Chorea Huntington

Darunter fallen noch Demenzen bei anderenorts festgestellten Krankheiten, die in dieser Kombination auftreten können:

  • multiple Sklerose (MS)
  • Epilepsie
  • Vitamin-B12-Mangel
  • und viele weitere Krankheitsbilder

Warum reden plötzlich alle und andauernd von diesen Gehirnerkrankungen?

Natürlich wurden die meisten der oben aufgeführten Demenzen schon vor vielen Jahrzehnten entdeckt.

Eine wirklich hochgradige Bedeutung hatten sie aber noch nicht. Es gab nicht so viele Fälle dieser Erkrankungen.

Doch in den letzten 30 Jahren hat sich die Lebenserwartung von Menschen deutlich erhöht.

Und wie schon aus den vorangegangen Absätzen hervorgeht, steigt das Risiko einer Demenz mit fortgeschrittenem Alter.

Daraus leitet sich bislang auch die Begründung ab, weshalb tendenziell mehr Frauen als Männer an einer Demenz erkranken: sie haben eine deutlich höhere Lebenserwartung.

Allerdings ist dieser Zusammenhang nicht wissenschaftlich fundiert, sondern drückt eher den naheliegenden Verdacht dieser Umstände aus.

Aktuelle Heilungsaussichten und Therapien

Die Heilungschancen sind aktuell besser als noch vor wenigen Jahren, aber immer noch vernichtend gering.

Bislang ist es schon ein Erfolg, wenn die Krankheit über den Zeitraum von 1 bis 2 Jahren verlangsamt werden kann.

Dafür wurden viele Bemühungen und Anstrengungen in professionelle Therapien, beispielsweise durch Pflegeheime, investiert.

Zumindest, was das Begleiten des Demenz-Patienten betrifft, gibt es explizit in der professionellen Pflege massive Fortschritte.

Dabei geht es vornehmlich darum, den Demenzkranken ein maximal lebenswertes Leben zu bieten.

Häusliche versus professioneller Pflege

Die häusliche Pflege, obwohl heute noch zu einem großen Teil durch Familien erbracht, zeigt sich dagegen immer deutlicher als ein falscher Ansatz.

Allerdings nicht in der Form, dass Angehörige ihr demenzkrankes Familienmitglied nicht gut genug versorgen könnten.

Vielmehr geht es darum, dass man sich als Pflegender sehr schnell sozial isoliert, da man eigentlich alles der eigenen Zeit dem Demenzkranken widmet.

Demenz – Oftmals ist die professionelle Pflege der einzige Weg, die eigene Gesundheit zu erhalten

Gleichzeitig zeigt die restliche Familie oftmals nicht nur kein Verständnis dafür, sondern greift auch den Pflegenden massiv mit an.

In vielen Fällen steht am Ende einer solch aufgezwungen Diskussion dann die vermeintliche Kostenfrage.

Es geht also vielmehr um das von außen kommende Risiko, unter solch gewaltigen Druck zu geraten, dass man als Pflegender daran zerbricht.

Dieses Potenzial wird mit der professionellen Pflege ebenfalls entschärft.

Dementia – Haben Sie Fragen zur Demenz? Jetzt einfach eine eMail an Ihr Pflege-Liebe Team senden mit Ihren Fragen; Wir versuchen so schnell wie möglich zu antworten.

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