Demenz in der Öffentlichkeit

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Demenz in der Öffentlichkeit

Endlich mehr Öffentlichkeit für Demenzerkrankungen

Bis noch vor kurzem waren Demenzerkrankungen eine Art „Schattenkrankheit“. Niemand sprach wirklich darüber, es wurde zwar geforscht, die Ergebnisse der Forschungen erreichten aber selten eine wirklich breite Öffentlichkeit. Endlich ist das nun anders geworden: In den letzten Monaten wird unglaublich viel über Demenz geredet, Forschungsergebnisse und Erklärungsmodelle werden einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht, und viele Vorurteile ausgeräumt. Das ist auch für Betroffene gut.

Die gefürchtete Schattenkrankheit

Demenz – und vielfach auch Menschen mit Demenz – lösen eine Menge Angst aus. Fast jeder, der sich vor dem Alt werden fürchtet, fürchtet sich in Wirklichkeit am meisten davor, in die Klauen der Altersdemenz zu fallen, sich nicht mehr wirklich orientieren zu können, völlig auf fremde Hilfe angewiesen zu sein und in einer ihm völlig fremd gewordenen Welt leben zu müssen.

Demente Menschen sind auch nicht selten ein Grund, warum viele die Arbeit im Altenheim nicht machen möchten. Es besteht einfach eine zu große Angst – oder wenigstens Reserviertheit – gegenüber Menschen, die nicht mehr ganz Herr ihrer Sinne oder hochgradig verwirrt sind. Demenz trägt ganz eindeutig ein Stigma.

Öffentlichkeit ist wichtig

Dabei ist das öffentliche Bewußtsein für solche Krankheiten überaus wichtig. Sowohl das Bewußtsein für die Krankheit, als auch für die an Demenz Erkrankten. Vorurteile müssen abgebaut, und fundiertes Wissen muss vermittelt werden. Das macht es Demenzkranken auch leichter, sich im Alltag zu orientieren, weil sie deutlich mehr Hilfe und Verständnis erwarten können, und weil Stigmatisierungen abgebaut werden. Das ist allerdings ein Prozess, der sicherlich über längere Zeit erst greifen wird – nichtsdestotrotz ist er überaus wichtig.

Demenz ist nicht gleich Alzheimer

Alzheimer ist zwar die bekannteste Demenzkrankheit in der Öffentlichkeit – aber bei weitem nicht die einzige. Demenzerkrankungen bilden einen ganzen Formenkreis mit ganz unterschiedlichen Krankheiten, die auch ganz unterschiedlich aussehen können. Während Alzheimer praktisch jeder kennt, während das Korsakow-Syndrom in der Öffentlichkeit kaum jemandem etwas sagt.

Auch über den Verlauf, über Risiken an Demenz zu erkranken und über die einzelnen Symptome kursieren immer noch viele Mythen. Von zu hohem Eisengehalt im Wasser als Ursache bis hin zur Aufnahme von zu viel Kalk in den Körper und nachfolgender „Verkalkung“. Das vieles davon oft hanebüchener Unsinn ist, scheint die Öffentlichkeit dabei nicht allzusehr zu stören. Die Mythen werden dennoch oft hartnäckig verteidigt. Manchmal wird sogar noch gut Geld mit diesen Märchen verdient – etwa beim Verkauf von Geräten für die „Wasserreinigung“.

Neue Risikogruppen ermittelt

Seit einigen Jahren schon gilt als sicher, dass für Menschen, die lange an Depressionen litten, das Demenz-Risiko im Alter sehr hoch ist. Auch einige psychische Krankheiten erhöhen das Risiko, im Alter an Demenz zu erkranken.

Neuere Ergebnisse kommen oft zu weniger nachvollziehbaren Schlüssen: etwa dass reizbare Frauen ein höheres Risiko haben, im Alter dement zu werden. Man muss hier allerdings auch immer etwas vorsichtig sein: nicht alles, was als neue wissenschaftliche Erkenntnis kolportiert wird, ist tatsächlich auch eine. Man muss hier schon Theorien, Vermutungen und Hypothesen von tatsächlich haltbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen immer trennen.

Neuer Ansatzpunkt: Alternative Demenz-Therapie

Die in den letzten Jahren entstandene „alternative“ Demenz-Therapie fußt auf völlig anderen Erklärungsmodellen als die bisher medizinisch gültigen, und geht daher auch einen völlig neuen Weg bei der Therapie. Über die Wirkungsweise, das theoretische Grundgerüst und die bisher erzielten Erfolge werden wir Sie in den weiteren Beiträgen auf dem Laufenden halten.

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