Görlitz: Oberbürgermeister bringt Patienten auf die Barrikaden

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Görlitz: Oberbürgermeister bringt Patienten auf die Barrikaden - Pflege Zeitschrift

Der Oberbürgermeister (OB) von Görlitz, Siegfrid Deinege, hat zahlreiche Patienten in Görlitz wegen seiner sturen Art aufgeschreckt und zu Protestnoten bewogen. Was war geschehen?

Görlitz: Hausarzt erhält bei Notarzteinsatz Bußgeldbescheid

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Görlitz: Oberbürgermeister bringt Patienten auf die Barrikaden – Pflege Zeitschrift

Der tschechische Hausarzt, Vartislav Prejzek erhielt einen Bußgeldbescheid der Stadt Görlitz, ein vorübergehendes Fahrverbot und Punkte in Flensburg, weil er im Rahmen eines Notarzteinsatzes zu schnell gefahren war.

Das städtische Ordnungsamt hatte den Arzt in der 30er-Zone mit 84 km/h geblitzt. Prejzek selbst gab an, im Rahmen des von ihm durchgeführten Notarzteinsatzes von akuten Herzproblemen des Patienten ausgehen zu müssen und damit einen lebensbedrohlichen Zustand vor sich zu haben.

Arzt will Praxis schließen

Der tschechische Arzt, der im Görlitzer Stadtteil Königshufen eine Hausarztpraxis betreibt, gab daraufhin an, seine Praxis schließen zu wollen, da er jeden Tag aus seiner tschechischen Heimat rund 120 Kilometer nach Görlitz komme und es durch das verhängte Fahrverbot nicht mehr möglich sei, seine Praxis zu erreichen.

OB Deinige bleibt stur

Der Hausarzt machte daher den Fall öffentlich, was wiederum dem Bürgermeister von Görlitz bitter aufstieß.

Statt den Notarzteinsatz als notwendig zu erachten, stellte sich der OB bedingungslos vor die Mitarbeiter des Ordnungsamtes und beschuldigte den Hausarzt das Ansehen der Stadt Görlitz zu beschmutzen.

Der OB wolle zudem in Erfahrung gebracht haben (durch Einsicht des Einsatzprotokolls der Rettungsleitstelle), das der Notarzteinsatz einem Einsatz der kassenärztlichen Versorgung entsprach und daher keine Sonderrechte im Sinne eines regulären Notarzteinsatzes geltend gemacht werden konnten.

Dem widersprach der Arzt, da aufgrund der vom Rettungsassistenten vor Ort geschilderten Symptome eine akute Lebensgefahr nicht ausgeschlossen werden konnte.

Patienten laufen Sturm gegen OB und Stadt Görlitz

Nach der Ankündigung von Prejzek, die Praxis im eh schon ärztlich sehr schlecht versorgten Görlitz schließen zu wollen, liefen seine Patienten Sturm gegen die Stadt und den OB.

Zahlreiche Briefe erreichten daraufhin die Medien und die Stadt.

Dies wiederum veranlasste den OB seinerseits wiederum dazu, von einer Rufschädigung von Görlitz zu sprechen.

Klärendes Gespräch lässt Arzt Entscheidung revidieren

Zwischenzeitlich hat es ein klärendes Gespräch zwischen dem Oberbürgermeister und dem Arzt gegeben, demnach reicht der Arzt nun Einspruch gegen den Bußgeldbescheid ein und will nun die Praxis weiter betreiben.

Wer die Verwaltung in Görlitz allerdings kennt (der Autor hat selbst mehrere Jahre in Görlitz gelebt), der weiß, das Einsprüche in der Stadt an der Neisse nur sehr selten von Erfolg gekrönt sind.

Werbung für die Ansiedlung neuer Ärzte in Görlitz haben jedenfalls weder der medial sofort auf Angriff setzende Arzt wie auch der sture Görlitzer OB Deinige gemacht.

Deshalb darf es auch nicht verwundern, wenn Görlitz vom Rest der Republik in medizinischer Hinsicht immer mehr abgekoppelt wird, zum Leidwesen der in der Stadt lebenden Alten und Kranken.

Welche Erfahrung haben Sie mit Notarzteinsätzen gemacht?– Wir freuen uns sehr auf Ihre Zuschriften per eMail an Post@Pflege-Liebe.de.

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