Queere Pflege: Forscher fordern neue Pflegekonzepte

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Queere Pflege: Forscher fordern neue Pflegekonzepte - Pflege Liebe Zeitschrift

Queere Pflege ist innerhalb der Krankenpflege und Altenpflege bisher ein Tabuthema. Ob schwul, lesbisch, transsexuell oder Transgender, in der Altenpflege und Krankenpflege spielen diese sexuelle Identitäten im Hinblick auf die existierenden Pflegekonzepte keine Rolle.

Queere Pflege: Krohwinkel und Juchli verharren in traditionellen Geschlechteridentitäten

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Sowohl in dem Konzept nach Juchli als auch in dem Konzept nach Krohwinkel ist von „Mann und Frau“ im traditionellen Rollenverständnis die Rede.

Transsexuelle und Transgender fallen hier schon mal völlig heraus. Schwule und Lesben hingegen leben ein Leben, das nicht vom traditionellen, heterosexuellen Familienbild und Geschlechterverständnis geprägt ist.

Pflegewissenschaftler schlagen deshalb auch zunehmend Alarm und fordern eine Überarbeitung der vorhandenen Pflegekonzepte und eine Anpassung an das 21. Jahrhundert.

Pflegepraxis schweigt sich im Hinblick auf queere Pflege aus

Insbesondere lesbische Frauen und schwule Männer haben in Altenpflegeheim quasi überhaupt keine Wahrnehmungn im Hinblick auf ihre Sexualität.

Sowohl im Bereich der Pflegewissenschaften wie auch im Bereich der Pflegepädagogik und schon überhaupt nicht in der Pflegepraxis findet sich eine speziell auf Lesben und Schwule oder Transsexuelle oder Transgender ausgerichtete Pflege.

Das Thema wird schlicht und ergreifend im Hinblick auf die Grund-und Behandlungspflege schlicht totgeschwiegen, von der Pflegeplanung und Dokumentation einmal ganz abgesehen.

Dabei sprechen die vorhandenen Pflegekonzepte gerade auch die sexuelle Identität an. Eine ganzheitliche Pflege muss auch die sexuelle Identität berücksichtigen.

Bei vielen Pflegekräften selbst ist oftmals sogar eine eigene lesbische oder schwule sexuelle Identität gegeben.

Da die Pflegebedürftigen hiervon jedoch keine Kenntnis haben, und das Pflegepersonal ebenso wenig Kenntnis davon hat, wird dennoch für die betroffenen Pflegebedürftigen die Wahrnehmung als lesbisch, schwul, transsexuell oder als Transgender schlicht nicht erfolgen.

Pflegewissenschaften müssen neue Pflegekonzepte entwickeln

Klaus Müller, Professor für pädagogische Aufgaben in der Pflege an der Frankfurt University of Apllied Sciences engagiert sich selbst im Netzwerk queer*pflegen und fordert eine „Pflege-und Betreuungsumgebung zu schaffen, in der jeder so sein und bleiben kann, wie er ist.“

Für den Bereich der Pflegewissenschaften und auch den Bereich der Pflegepraxis und der Pflegepädagogik muss das Thema für die Zukunft daher eine wichtige Rolle spielen, denn ganzheitliche Pflege umfasst den Menschen mit all seinen individuellen Bedürfnissen und Merkmalen.

Wenn der Mensch diese nicht ausleben kann, handelt es sich genau genommen nicht mehr um einen ganzheitlichen Pflegeansatz.

Die Pflege ist deshalb dazu aufgerufen, neue Pflegekonzepte im Sinne einer queeren Pflege zu schaffen, in der sich jede sexuelle Identität gleichermaßen vom ganzheitlichen Pflegeansatz eingeschlossen fühlt.

Welche Erfahrung haben Sie in ihrem Berufsalltag als Pflegekraft  mit  dem Thema queere Pflege gemacht?– Wir freuen uns sehr auf Ihre Zuschriften per eMail an Post@Pflege-Liebe.de.

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