Tag der Pflege: Schöne Worte oder endlich konstruktive Lösungen?

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Tag der Pflege: Schöne Worte oder endlich konstruktive Lösungen? - Pflege Liebe Zeitschrift

Der Tag der Pflege wird seitens der einzelnen Parteien mit schönen Worten gepriesen.

So twittern die jeweiligen Parteien, wie toll doch die Pflegekräfte sind und was diese alles für gute Dinge für die Gesellschaft bewirken.

Trotz schöner Versprechungen hat sich aber über die Jahre an der Situation in der Pflege nichts geändert.

Handelt es sich bei den freundlichen Worten der Politik somit um Polemik oder um einen tatsächlichen Sinneswandel, was die Akzeptanz der Pflegeberufe betrifft?

Tag der Pflege und die Bedeutung für die Politik

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Die neue Bundesregierung hatte sich in der Koalitionsvereinbarung zum Ziel gesetzt, 8000 neue Stellen in der Pflege zu schaffen.

Bereits heute benötigt eine Altenpflegeeinrichtung aber durchschnittlich 171 Tage, um eine unbesetzte Stelle mit einer adäquaten Fachkraft zu besetzen.

Im Bereich der Altenpflege liegt die Arbeitslosenquote bezogen auf die zur Verfügung stehenden Fachkräfte bei rund 0,7 %. Wie aus diesem Tatsachen heraus 8000 zusätzliche Stellen besetzt werden sollen, obwohl bereits rund 36.000 der derzeit vorhandenen Stellen nicht besetzt werden können, bleibt offenbar eine Frage, die auch von der Politik nicht beantwortet werden kann.

Politik: Unüberlegte Versprechungen

Im Umkehrschluss bedeutet dies aber, dass seitens der Politik unüberlegte Versprechungen getätigt wurden, ohne sich die genauen Zahlen im Detail anzusehen.

Um eines festzuhalten, die in der Verantwortung stehenden Politikerinnen und Politiker wird nicht der feste Wille abgesprochen, tatsächliche Verbesserungen für den Bereich der Pflege zu bewirken.

Auch soll durch den Artikel nicht das sonst übliche Politikerbashing unterstützt werden.

Fest steht aber auch, dass die Politik im Hinblick auf die Chancen der Wiederwahl plakativer und damit auch PR-wirksame Maßnahmen bevorzugt.

Die tatsächliche Situation der Pflege dürfte sich hierdurch jedoch nicht verbessern.

Dies gilt insbesondere deshalb, weil auf dem derzeit vorhandenen Arbeitsmarkt für Pflegekräfte keine zusätzlichen Stellen zu generieren sind.

Auch die zur Verfügung stehenden Auszubildenden decken allenfalls (positiv gedacht) diejenigen Stellen ab, die durch Berufsaustritte oder Fach entsprungen zusätzlich zu besetzen sind.

Vorschlag von Jens Spahn kaum umsetzbar

Die von der Bundesregierung und hier insbesondere dem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgeschlagene Lösung, Pflegekräfte aus dem Ausland einzusetzen, scheitert nicht zu sehr an den theoretisch zur Verfügung stehenden Arbeitskräften, sondern schlicht und ergreifend an der Tatsache, dass zwar ausländische Arbeitskräfte gewünscht sind, aber in diese nicht Geld investiert wird, dass beispielsweise in vorbereitende Sprachkurse oder Qualifikationsangleichung gesteckt wird.

Konstruktive Lösungen weiterhin Mangelware

Zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann daher davon ausgegangen werden, dass konstruktive Lösungen im Sinne der Pflegekräfte, aber auch im Sinne der Patienten und Pflegebedürftigen in Altenpflegeeinrichtungen derzeit seitens der Politik nicht mangels guten Willen, sondern schlicht und ergreifend in Ermangelung von politischem Einigungswillen über Parteigrenzen hinweg, Fehlanzeige sein dürften.

Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen in der Politik hier von sich aus die Brisanz der Thematik und die gesamtgesellschaftliche Bedeutung erkennen und daraus für die Zukunft entsprechende Schlüsse ziehen werden.[wysija_form id=“1″]

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