Verlängert Fasten das Leben?

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Verlängert Fasten das Leben?

Verlängert Fasten tatsächlich das Leben?

In der wissenschaftlichen Welt gibt es gerade eine heftige Kontroverse darum, ob nun Genuß in Maßen und Fasten tatsächlich lebensverlängernd wirken. Der wichtigste Punkt der Kontroverse ist, ob man Erkenntnisse, die bei einigen Säugetieren nachgewiesen wurden, tatsächlich exakt so auf den Menschen übertragen kann.

Das Zauberwort Autophagie

Im Lauf der Zeit produzieren Körperzellen jede Menge Abfallstoffe und Müll. Dieser Müll muss in regelmäßigen Abständen entsorgt werden, da die Zellen und der ganze Körper sonst gewissermaßen „verschlacken“. Dafür existiert im Körper ein ausgeklügeltes Reinigungssystem: die Autophagie. Alle nicht mehr brauchbaren Zellbestandteile und der Zellmüll, der im Lauf der Zeit entsteht, werden so zerkleinert und abtransportiert. Wie man die Autophagie fördern und ankurbeln kann, so dass die Zellen vollkommen unbelastet von Abfallstoffen ihre Arbeit verrichten können, kann die Wissenschaft derzeit noch nicht klären. Fest steht aber, dass sich alte Zellen auf molekularer Ebene sehr stark von jungen Zellen unterscheiden – eben durch die weitaus höhere Anzahl an Schlackenstoffen.

Die Kontroverse rund ums Fasten

Bei vielen Tieren – auch bei einigen Haustieren, wie Hunden – führt die Reduktion der Nahrungsmenge zu einem nachweislich verlängerten Leben. Während bei Taufliegen ein Zusammenhang mit dem menschlichen Organismus noch weit hergeholt erscheint, vermuten viele Forscher, dass die Erkenntnisse, die bei Säugetieren gewonnen wurden, durchaus möglicherweise auf den Menschen übertragen werden können. Darüber sind sich aber bei weitem nicht alle Forscher einig.

Immerhin gibt es deutliche Unterschiede im Stoffwechsel und auch in der Stoffwechselsteuerung zwischen Tieren und Menschen. Der menschliche Stoffwechsel ist in der gesamten biologischen Welt quasi einzigartig – was für Tiere gilt, muss deshalb eben noch lange nicht für den Menschen in gleichem Maße gelten.

Die verminderte Nahrungsaufnahme um bis zu 40 Prozent bedeutet, dass man praktisch nur noch die Hälfte dessen ist, was man eigentlich brauchen würde. In unseren Breiten, wo viele Menschen ohnehin regelmäßig viel zu viele Kalorien zu sich nehmen, bedeutet das schon eine ganz schöne Hungerkur. Entscheidend ist dabei aber auch, welche Nahrungsmittel man zu sich nehmen sollte – und hierüber gehen die Meinungen dann vollends auseinander. Die einzelnen Empfehlungen widersprechen sich teilweise drastisch.

Mangels Versuchspersonen und wegen der ohnehin schwierigen Auswertungen kann auch wissenschaftlich gar nicht so einfach festgestellt werden, ob weniger essen tatsächlich eine lebensverlängernde Wirkung hat. Das bleibt wahrscheinlich noch sehr lang eine Glaubenssache.

Heilsames Fasten

Dass Fasten heilsam sein kann, weiß schon der Volksmund. Nicht unbedingt zur Gewichtsreduktion, weil man in den ersten Tagen einer Fastenkur oft noch zunimmt, und regelmäßiges Fasten den Körper dazu veranlassen kann, Kalorien besser zu verwerten und zu speichern – was natürlich kontraproduktiv ist. Die reinigende Wirkung einer Fastenkur kann man aber durchaus auch an sich selbst beobachten.

Übertreiben sollte man es dabei allerdings nicht – Fasten sollten nur vollkommen Gesunde, die keine Mangelerscheinungen aufweisen, und dann auch nur für etwa 3 – 4 Tage. Wer ohnehin schon Probleme mit dem Stoffwechsel hat, oder an Krankheiten leidet, sollte auf das Fasten eher verzichten. Eine Rücksprache mit dem eigenen Arzt des Vertrauens ist gerade älteren Menschen vor Beginn einer Fastenkur unbedingt zu empfehlen. Ansonsten spricht aber nichts dagegen – und vielleicht verlängert das ja wirklich das Leben.

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